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2009-04-20 - Ersehntes Signal vom Ministerium

MÄRKISCHER PRESSESPIEGEL

Nr. 73/09 36. Jahrgang - Montag, 20.04.2009

Mendener Nachrichten • Halver Nachrichten

Allgemeiner Anzeiger

14 Märkischer Kreis 36. Jahrgang Nr. 73/09 20.04.2009

Ersehntes Signal vom Ministerium

Aussicht auf Testfahrten mit dem Schienentaxi auf Bahnstrecke

Von Yvonne Pfannschmidt

HALVER

Ein Hindernis ist fast beseitigt: Das Verkehrsministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen hat dem Märkisch-Bergischen Eisenbahnverein (BME) mitgeteilt, dem Begehren, Testfahrten mit dem Schienentaxi auf der Bahnstrecke Oberbrügge-Halver durchzuführen, entsprechen zu wollen. Für Friedrich Wilhelm Kugel von der Schleifkottenbahn (SKB) und Michael Arnold vom BME, ein Signal, auf das sie schon lange gewartet haben.

Wie bereits berichtet, kämpft der Verein schon seit vielen Jahren darum, im Bereich Schiene Altes zu erhalten und Neues auf den Weg zu bringen. Der 1982 gegründete gemeinnützige Verein hat sich den Erhalt des Kulturgutes Bahn auf die Fahnen geschrieben. Die Infrastruktur der SKB soll genutzt werden, um Schienentaxis für den Personenverkehr sowie selbstfahrende Transporteinheiten für den Güterverkehr zu entwickeln und zu erproben, letztendlich die Bahn in der Region wieder für die Bürger attraktiv zu machen.

Der erste Versuchsträger hat bereits im vergangenen Jahr bundesweit für Aufsehen gesorgt, und ein zweiter soll in diesem Sommer auf die Strecke. Aber Kugel, der davon beseelt ist, die Innovationen der Gegenwart auf die Eisenbahn zu übertragen, ist realistisch und sieht das Projekt noch am Anfang. Überall dort, wo Neues erforscht, in der Praxis neue Techniken erprobt werden, klinkt er sich ein, macht sich kundig. So auch kürzlich in Rotterdam, wo bereits ein automatisches und unbemanntes Parkshuttle unterwegs ist. „Allerdings nicht auf der Schiene, sondern auf der Straße", erklärt Kugel. Anfang Mai will er sich mit Vertretern aus Holland, Belgien und Frankreich an einen Tisch setzen, die ähnlich wie er, neue Fahrzeuge für das noch vorhandene Netz auf die Schiene bringen wollen.

Mit entsprechenden technischen Einrichtungen fahren die Schienentaxis ähnlich wie Fahrstühle, viele U-Bahnen oder die H-Bahn in Dortmund führerlos. „Durch intelligente Hinderniserkennung sind sie sicherer als jedes von Menschenhand betriebene Fahrzeug." Die Besonderheit der Konstruktion ermögliche eine äußerst kostengünstige Nutzung der noch bestehenden Gleisanlagen, für die keine personalintensiven Stellwerke und Signalanlagen mehr erforderlich seien, weil die Schienentaxis rechnergesteuert betrieben werden.

Nicht nur die Strecke Oberbrügge-Halver könnte mit dem Schienentaxi befahren werden. Auch auf anderen Strecken, die für die Bahn zu teuer sind, wie zum Beispiel Brügge-Meinerzhagen, könnten im 20-Minuten-Takt die Fahrzeuge unterwegs sein. „Nicht nach vorgegebenem Fahrplan, sondern, elektronisch geregelt, immer dann, wenn die Fahrgäste es wollen." Aber zunächst sollen weitere leichte Fahrzeuge entwickelt werden. Dazu soll im Herbst ein Wettbewerb gestartet werden. Bürger und Unternehmer sollen eingebunden werden, Ideen entwickeln, Fahrzeuge bauen und Testen. Alles könne erprobt werden. Zum Beispiel Draisinen, die mit Solar, Muskelkraft oder einem Mofa-Motor angetrieben werden. Und fahren könnten sie auch auf der still gelegten Strecke Wuppertal-Radevormwald-Wilhelmstal.

Am Freitag, 24. April, 18 Uhr, ist ein Treffen mit dem Aktionsbündnis Volme-Agger-Bahn im Stellwerk in Oberbrügge geplant, zu dem auch Interessierte eingeladen sind.

 

 

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